Nach dem neuenWehrdienstgesetz plant die Bundesregierung nun auch den verpflichtenden Zivildienst für Kriegsdienstverweigerer. Die DFG-VK NRW lehnt beides mit der folgenden Presserklärung ab:
„Gegen die aktuellen Pläne zu einem neuen Zivildienst wendet sich die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner NRW. Die Organisation, die die zuletzt stark steigende Zahl von Kriegsdienstverweigerern berät und unterstützt, sieht in der Anfrage der Bundesregierung an die Sozialverbände eine Fortsetzung der Salamitaktik hin zur Wehrpflicht. Zunächst wurde ohne große Diskussion die flächendeckende Erfassung eingeführt. Dann folgte die zwangsweise Musterung, die demnächst allen 18-jährigen Männern bevorsteht. Und nun droht der zwangsweise Zivildienst für alle, die den Kriegsdienst verweigern. Wir lehnen Zwangsdienste ab, egal ob bei der Bundeswehr oder im Zivildienst“ stellt Joachim Schramm, Co-Landessprecher der Friedensgesellschaft klar.
Die Organisation begrüßt die Äußerungen des Sozialverbands Deutschland und des ASB, die auf Freiwilligkeit statt auf Zwang setzen. „Wer möchte im Krankenhaus oder in der Pflege von unmotivierten zwangsverpflichteten jungen Männern betreut werden, wenn stattdessen bereits jetzt zahlreiche junge Menschen das motiviert und freiwillig machen. Würde der Bundesfreiwilligendienst finanziell ähnlich gut ausgestattet wie der freiwillige Wehrdienst stünden hier noch mehr junge Menschen zur Verfügung“ so Joachim Schramm.
Junge Menschen sollten selbst entscheiden dürfen, ob sie ihre Lebenszeit für ein gesellschaftliches Engagement oder für ihr berufliches Fortkommen investieren wollen. Das sollte in einem demokratischen Staat selbstverständlich sein, meint die Friedensgesellschaft. „Während der Staat mit hunderten von Milliarden Steuergeldern der Rüstungsindustrie zu Maximalgewinnen verhilft, fehlt es am Geld für ausreichendes ausgebildetes Personal im Gesundheits – und Pflegebereich. Hier sollen nun junge Zivis den Lückenbüßer spielen. Das lehnen wir deutlich ab“, stellt der Landesprecher der Organisation fest. Die Deutsche Friedensgesellschaft wird auch weiterhin die Proteste von Schülerinnen und Schülern gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes unterstützen, die in den kommenden Monaten anstehen.“




