andere Zeiten…

Den Platz gibt es in Bochum tatsächlich, im Unicenter, auch wenn alle Schilder längst verschwunden sind. Die Bezirksvertretung Bochum Süd erklärte sich im Oktober 1983 laut Protokoll „solidarisch mit allen friedliebenden Menschen in Ost und West..(..) Als äußeres Zeichen ihrer Haltung schlägt sie vor, den Platz im Uni-Center zwischen den Studentenwohnheimen und dem Hallenbad  in >Platz des Friedens und der Völkerverständigung< umzubenennen.“ Man wünscht sich, die SPD wäre bei ihren wichtigen und grundsätzlichen Einsichten von damals geblieben. Hier die lesenswerte Erklärung der SPD-Fraktion der Bezirksvertretung von 1983:

1. Frieden ist eine unverzichtbare Grundbedingung für eine menschenwürdige Gesellschaft. Deshalb muß das wichtigste Ziel der Politik auf allen Ebenen die Sicherung des Friedens sein.

2. Frieden ist nicht durch militärische Mittel, sondern nur politisch durch die Schaffung gerechter
Gesellschaftsordnungen und durch Abrüstung zu erreichen. Der Bau und die Aufstellung von immer mehr, immer teureren und immer gefährlicheren Waffen läßt den Völkern der Welt immer weniger Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und macht die Gefahr einer nuklearen Katastrophe immer größer.
Abrüstung ist deshalb das Gebot der Stunde.

3. Europa ist mit atomaren Mitteln nicht zu verteidigen, sondern nur zu zerstören.

Die Bezirksvertretung Süd wendet sich deshalb gegen die Stationierung neuer Raketen in Ost und West und appelliert an die verantwortlichen Politiker auf beiden Seiten, durch ernsthafte Verhandlungen zu einer Verminderung der militärischen Potentiale und letztendlich zu einer Abschaffung aller Atomwaffen zu kommen.

In solchen Verhandlungen müssen alle Vorschläge und Argumente unvoreingenommen und ohne zeitliche
Begrenzung geprüft werden; während der Verhandlungen dürfen keine neuen gegenseitigen Bedrohungen
geschaffen werden.

4. Die Bezirksvertretung Süd erklärt sich solidarisch mit allen friedliebenden Menschen in Ost und West,
die in diesen Wochen ihrer Sorge um den Frieden in vielfältigen Kundgebungen Ausdruck verleihen. Als
äußeres Zeichen ihrer Haltung schlägt sie vor, den Platz im Uni-Center zwischen den Studentenwohnhei-
men und dem Hallenbad in „Platz des Friedens und der Völkerverständigung“ umzubenennen.

 

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