Am 1. Oktober verleiht die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens 2026 an die NATO. Generalsekretär Mark Rutte nimmt die Auszeichnung stellvertretend entgegen, Bundeskanzler Friedrich Merz hält die Laudatio.
„Der Westfälische Friede“, schreiben Münsteraner Friedensgruppen, „steht historisch für die Überwindung von Gewalt durch Verhandlung, für Ausgleich statt Eskalation und für den Vorrang ziviler Lösungen. Er markiert den Beginn einer Ordnung, in der Frieden nicht militärisch erzwungen, sondern politisch gestaltet wird.“ Dass ausgerechnet die Nato diesen Preis bekommt, kommentiert Herbert Prantl in der SZ :„Das ist ungefähr so, als würde man die Metzgerinnung mit dem großen Vegetarierpreis auszeichnen.“
Der Protest gegen die Verleihung des Friedenspreises an die NATO beginnt am Donnerstag, 1. Oktober, um 15 Uhr am Eingang des 1. Deutsch-Niederländischen Corps am Schlossplatz. Nach der Auftaktkundgebung soll sich der Demonstrationszug um 15.30 Uhr in Richtung Prinzipalmarkt bewegen. Um16.15 Uhr beginnt die Abschlusskundgebung. Angekündigt sind unter anderem Beiträge von Kathrin Vogler von der DFG-VK, Wolfgang Kowallick von Pax Christi, Udo Buchholz von der Anti-Atominitiative Gronau, Franz Nadler von Connection e.V. und Robert Hülsbusch von „Sicherheit neu denken“. Außerdem soll Pit Budde für Musik sorgen.

Am kommenden Freitag, den 25. 9. um 9.00 Uhr startet auf dem Buddenbergplatz die nächste Schulstreik-Demo in Bochum. Das Motto: „Die Reichen wollen Krieg – die Jugendlichen Zukunft“. Im Aufruf heißt es: »Die Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden, um Deutschland „wieder kriegstüchtig“ zu machen. Jetzt schon müssen alle Jungs, die ab 2008 geboren worden sind, die Musterungsbriefe beantworten – sonst gibt es Geldstrafen.
Die symbolische Darstellung der Militärausgaben der USA, der übrigen Natostaaten und Russlands bekam viel Aufmerksamkeit. Die Friedensinitiative Süd hatte im Unicenter Kartons gestapelt, von denen jeder 100 Mrd Dollar darstellte. Der Vergleich regte zu vielen Diskussionen an: über den Wahnsinn der Rüstungs-ausgaben überhaupt, aber auch über den im Verhältnis zur Nato viel kleineren Rüstungshaushalt Russlands.
Die Initiative „Rheinmetall entwaffnen“ ruft zum Rheinmetall-Entwaffnen-Camp nach Köln vom 1.-6. September und den Aktionstagen gegen das NATO-Manöver in Hamburg vom 24.-26. September auf. Das Kölner Camp wird von Dienstag, 1. September, bis Sonntag, 6. September in Köln im Inneren Grüngürtel am Fuß des Fernsehturms (nähe Hans-Böckler-Platz / Köln West, Stadtbahnlinien 3, 4 und 5) stattfinden. Es wird wieder Vorträge, Workshops, kulturelle Veranstaltungen und vieles mehr geben. Demos finden am Antikriegstag, 1. September und am Samstag, 5. September statt. Infos unter
Da hängt es wieder, das Schild mit dem vielleicht anspruchsvollsten Namen für einen Platz in Bochum. Leider aber noch nicht wieder ganz offiziell, sondern eher selbstgemacht. Mit dem Friedensfest im Unicenter wurde die Stadt Bochum aufgefordert, die ehemalige Beschilderung wiederherzustellen. Reden erinnerten an die Erklärung der Bochumer Bezirksvertretung von 1983. Damals war der SPD klar: „Europa ist mit atomaren Mitteln nicht zu verteidigen, sondern nur zu zerstören“, eine Einsicht, die heute verloren gegangen scheint. 



