Auf den Seiten des Bochumer Friedensplenums war bisher Raum für Meldungen über Aufrüstung und Kriegsvorbereitung einerseits, andererseits für die Verbreitung antimilitaristischer Informationen und Aktivitäten der Friedensbewegung. Wenn die Seite in bisheriger Form weiter bestehen bleiben soll, darf hier kein Forum der diffamierenden Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Gruppen entstehen.
Bundeswehrkonzert in Bochum
Am 20. Mai will das Musikkorps der Bundeswehr im Anneliese Brost Musikforum ein Konzert zum „Veteranentag“ geben. Das Korps, das sich nach eigenen Angaben „zu den führenden symphonischen Blasorchestern Europas“ zählt, versteht das Konzert als Zeichen des Dankes und der Wertschätzung für „die Menschen, die Deutschland gedient haben: Veteranen“. Unter „Veteranen“ versteht die Bundeswehr Soldatinnen und Soldaten. Deren Geschichten soll in Musik übersetzt werden.
Gewöhnen wir uns so Schritt für Schritt wieder daran, das Militär zu feiern, zu verherrlichen, zu ehren?
Wie es zur Spaltung der Vorabenddemo kam
Die Unabhängige Antifas Bochum (UAB) nehmen zur Auseinandersetzung im Zusammenhang mit der Vorabenddemonstration am 30. 4. Stellung: »Mit der Anmeldung einer Demonstration durch die SDAJ-Bochum als Konkurrenzveranstaltung zu der jährlichen, überregionalen „Revolutionären Vorabenddemo“ in Witten ist offenkundig geworden, was sich bereits zuvor im Kleinen vollzog. Es ist der offensichtliche Spaltungsversuch der großen Vorabenddemo und damit die Fortsetzung der destruktiven Tendenzen mit anderen Mitteln.
weiterlesenRevolutionäre Vorabenddemos
Aus Bochum gibt es zwei verschiedene Gruppen, zwei verschiedene Aufrufe und zwei verschiedene Demo-Orte für die traditionelle Vorabenddemonstration zum 1.Mai, an der zuletzt 2500 Menschen teilnahmen.
Der Aufruf der Unabhängigen Antifas Bochum „Den Zuständen keine Ruhr“ für eine Demo in Witten (30. April, 18.30 Uhr, Witten Hbf) ist hier bei bo-alternativ nachzulesen. Er erinnert an die politischen und ökonomischen Kämpfe der Arbeiterbewegung in der Vergangenheit, argumentiert gegen ein heutiges Gefühl der Aussichtslosigkeit und fordert, sich von der Vergangenheit inspirieren zu lassen für die Inhalte einer sozialen, feministischen und antifaschistischen Welt.
Zur Bochumer Vorabenddemo rufen SDAJ und SDS auf. Sie startet am Donnerstag Abend um 18.30 Uhr am Bochumer Hbf. Hier der Aufruf, der ebenfalls von einer antifaschistischen Grundhaltung getragen wird, sich aber auf die Kritik an der Politik der Regierenden konzentriert, vor allem an einer Politik, die mit Aufrüstung und Wehrpflicht Kriege für Macht und Profite vorbereitet, während für alles andere das Geld fehlt.
„Am Vorabend zum 1. Mai wollen wir unseren Widerstand auf Bochums Straßen tragen!
Mit dem Motto „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ wollen wir an den Schwur der Überlebenden von Buchenwald anknüpfen. Heute mehr als 80 Jahre nach den Schrecken des 2. Weltkriegs, ist dieser Schwur so aktuell wie damals.
Wir erleben das Erstarken von faschistischen Kräften wie der AfD. Regierungsparteien übernehmen teilweise deren Forderungen und bauen demokratische Grundrechte ab. Wir werden Zeug*innen von unermesslichem Leid durch Kriege auf der der ganzen Welt, ob im Iran, im Jemen, der Ukraine, Palästina, Kurdistan oder im Sudan. Wir leben erneut in einer Zeit in der hunderte Milliarden in die Aufrüstung fließen, um die Gesellschaft „kriegstüchtig“ zu machen. Mit der Wehrpflicht sollen wir gezwungen werden, auf der ganzen Welt Kriege für Macht und Profite zu führen. weiterlesen
Rüstungswahnsinn in Zahlen
Die neuen Zahlen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI laut IMI-aktuell: „Die weltweiten Militärausgaben beliefen sich 2025 auf 2.887 Milliarden US-Dollar. Spitzenreiter sind die USA (954 Mrd.), gefolgt von China (336 Mrd.) und Russland (190 Mrd.), doch dann folgt auf Platz vier bereits Deutschland (114 Mrd.).“ Telepolis berichtet unter der Überschrift „Polen rüstet sich in die Schuldenfalle – und Europa soll zahlen“ über Polens Versuche, seine Militärausgaben von 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) finanzieren zu lassen. Die junge Welt beginnt ihren Bericht „Volles Rohr“ mit dem Zitat „Sie haben Geld für Kriege, aber können die Armen nicht ernähren“ von Tupac Shakurs Rapp von 1993.
Jürgen Grässlin vom RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.) kommentiert: “ Deutschland ist mittlerweile (…) der weltweit viertgrößte Rüstungsriese, die Nummer 1 in Europa. Allein 2025 steigerte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit der Bundesregierung Deutschlands Ausgaben für Rüstung, Militär und Kriegsfähigkeit um 24 <!!!> Prozent. Währenddessen wird der Abbau in Pflege, Gesundheit, Bildung und Kultur – euphemistisch als jeweilige „Reform“ verharmlost – in die Wege geleitet.
Unser Ziel: Was wir brauchen ist die „Zeitenwende der Zeitenwende“!!! Denn Militär ist nicht die Lösung, Militär ist das Problem!!!“
1. Mai in Bochum
Der DGB ruft zum 1. Mai unter der Losung „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ auf. Kritik findet sich hier und hier . Es fehlen Stellungnahmen zu Aufrüstung und Kriegsvorbereitung.
Der Auftakt in Bochum findet um 10:30 Uhr am Bergbaumuseum statt. Die Demo geht um 11 Uhr von dort zum Rathaus. In diesem Jahr gibt es wieder einen Fahrradkorso. Er startet ebenfalls um 11 Uhr und zwar ab Springorum-Allee. Ab ca. 11:30 Uhr findet die DGB- Kundgebung mit Familienfest auf dem Willy Brandt Platz am Rathaus statt. Dort findet sich auch ein Stand des Friedensplenums u.a. mit Aufrufen von Gewerkschafter:innen für Frieden, Informationen zur geplanten Stationierung von US-Mittelstreckenraketen und einer Unterschriftenliste für den Berliner Appell gegen die Aufstellung dieser Angriffswaffen.
Gemeinsames Friedensplenum
Am Mittwoch, 22.April, treffen sich die friedenspolitisch aktiven Bochumer Gruppen um 18.30 Uhr im Haus der Begegnung in der Alsenstaße zum Friedensplenum. Diskussionspunkte werden die Erfahrungen des Ostermarsches sein und Infostände, Unterstützung oder Aktionen am 1. Mai, am 8. Mai zum Schulstreik und zum Tag der Befreiung, am 15.Mai zum Tag der Kriegsdienstverweigerung, zum „Veteranentag“ der Bundeswehr mit einem Benefizkonzert im Bochumer Konzerthaus und zur Demonstration an den Orten der Raketenstationierung. Langfristige Planungen sollen dabei angesprochen werden.
Drohender sozialer Kahlschlag
Die immense deutschen Rüstungsausgaben sind nur möglich, wenn an anderer Stelle gespart wird. Am Donnerstag machte „Der Paritätische“ 70 Kürzungsvorschläge einer Arbeitsgruppe aus Vertreter*innen des Bundes, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände bekannt. „Was hier im Verborgenen verhandelt wird, betrifft Millionen Menschen unmittelbar: Kinder, die auf Schulbegleitung angewiesen sind. Jugendliche, die ohne Jugendhilfe auf der Straße landen würden. Menschen mit Behinderungen, die ohne individuelle Assistenz nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Alleinerziehende, die Unterhaltsvorschuss beziehen“, heißt es im Text des Wohlfahrtsverbandes im Gewerkschaftsforum.
Gespräch mit palästinensisch-israelischen Friedenskämpfern
Für Sonntag, 26.04. um um 18.30 Uhr lädt die Oval Office Bar in der Saladin-Schmidt-Straße 2 zum „Talk mit Combatants fot Peace“ ein. Combatants for Peace ist eine gemeinsame palästinensisch-israelische Graswurzelbewegung, die 2006 von ehemaligen Kämpfer*innen beider Gesellschaften gegründet wurde. Vereint durch die Überzeugung, dass Gewalt weder Sicherheit noch Gerechtigkeit oder Versöhnung bringen kann, setzt sich die Bewegung dafür ein, die israelische Besatzung und alle Formen von Gewalt durch gewaltfreie Aktionen, Bildungsarbeit und Gemeinschaftsaufbau zu beenden. weiterlesen
Rheinmetall entwaffnen!
Über die diesjährigen Planungen von „Rheinmetall entwaffnen“ berichtet Luca Hirsch in einem Interview mit der jungen Welt. Im September soll erneut ein Protestcamp in Köln stattfinden, in Hamburg werden Proteste gegen das Nato-Manöver „Red Storm Charly“ vorbereitet.




