Skandalöse Schulmaterialien

Sieben Situationen, in denen Krieg erlaubt sein soll, zählt das Medienpaket “ Frieden & Sicherheit“ auf. Es handelt sich um ein Internetangebot für Schulen, das unter der ausschließlichen fachlichen Beratung des Verteidigungsministeriums erstellt wurde. Michael Haid von der Informationsstelle Militarisierung setzt sich mit diesen Materialien auseinander, in denen die Ächtung des Krieges durch die UN-Charta und das grundsätzliche Gewalt-und Interventionsverbot in den zwischenstaatlichen Beziehungen nicht einmal mehr vorkommen. Der Beitrag im Wortlaut

Podiumsdiskussion zum Libyen-Krieg

Das Bochumer Friedensplenum wirbt mit einem Plakat für eine Diskussion mit dem Titel: „Libyen im Visier der NATO“. Hintergrund dieses Plakates ist eine norwegische Karte, die die Militärstützpunkte zeigt, von denen der Luftkrieg gegen Libyen geführt wird. Dies ist Zufall und hat nichts mit der gestrigen Entscheidung Norwegens zu tun, sich aus den Krieg zurückzuziehen. An der Diskussion beteiligen sich die Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen (Die Linke) und Frithjof Schmidt (Grüne) sowie der Landtagsabgeordnete Sedar Yüksel (SPD). Das ganze findet am Mittwoch, den 22. Juni, um 19.00 Uhr im ver.di-Haus, Universitätsstr. 76 statt. In der Einladung des Friedensplenums heißt es: „Der Krieg der „Koalition der Willigen“ unter dem Kommando der NATO gegen Libyen hat genau die Eskalation bewirkt, vor denen viele Stimmen nicht nur aus der Friedensbewegung gewarnt haben. Unter Inkaufnahme zahlreicher ziviler Opfer in der libyschen Bevölkerung – durch die eigenen Bomben und die Reaktionen des Regimes – wandelt die Kriegskoalition den Bürgerkrieg zu einer militärischen Intervention westlicher Staaten. Der als humanitäre Mission begründete Krieg hat inzwischen zur Bombardierung von mehreren Tausend zivilen Zielen in Libyen geführt.“ Der Einladungsflyer.

Zwei Seiten einer Medaille

Etwa dreihundert OstermarschiererInnen trafen sich gestern Vormittag in Bochum-Werne, um anschließend nach Dortmund zu marschieren. In Dortmund waren es dann mehr als 600 TeilnehmerInnen auf der Abschlussveranstaltung des Ostermarsch Ruhr. Etwa 150 Menschen machten sich gleichzeitig mit Bus, Bahn, PKW und Fahrrad von Bochum aus nach Gronau auf den Weg, um mit 10.000 weiteren DemonstrantInnen vor der Uran-Anreicherungsanlage “Abschalten” zu rufen. Elke Koling (Foto) vom Bochumer Friedensplenum und Mitglied bei IPPNW unterstrich in ihrer Rede in Bochum-Werne, wie eng der zivile und militärische Einsatz von Atomenergie zusammenhängt: Zwei Seiten der gleichen Medaille. Die Rede im Wortlaut.

Krieg = perverse Normalität

Zum Abschluss der heutigen Ostermarschetappe im Bahnhof Langendreer stellte Prof. Jürgen Link (Foto) in seinem Vortrag die Frage, wie es möglich ist, dass die Menschen in unserer Gesellschaft einerseits zum weit überwiegenden Teil den Abzug des deutschen und verbündeten Militärs aus Afghanistan fordern, aber anderseits zu mehr als 90 Prozent der WählerInnen sich für Parteien entscheiden, die diesen Krieg befürworten. Als einen Grund hierfür nannte er die Strategie der Politik mit Hilfe der Medien Kriegsführung als Normalität darzustellen. Hierzu werden z. B. ganz systematisch die Kosten des Krieges verschwiegen. Bilder der zivilen Opfern des Krieges werden einfach nicht gezeigt. Auch die Traumatisierungen der Menschen durch Krieg werden nur am Beispiel der deutschen Soldaten problematisiert. Welche psychischen Folgen die Bombardierungen z. B. für afghanische Kinder bedeuten, wird in den Medien ausgeblendet. “Krieg kann nie Normalität sein.”, so Jürgen Link. Uns werde eine perverse Normalität dargestellt. Der mit viel Beifall und Lob bedachte Vortrag im Wortlaut.

Für den Frieden und gegen Nazis

Der diesjährige Ostermarsch an Rhein und Ruhr unterscheide sich von denen in den 50 Jahren zuvor. Die Bewegungen gegen die Kernkraft und die gegen die Atomwaffen handeln erstmals wieder gemeinsam, seitdem es Anfang der 60er Jahre hieß: Kampf dem Atomtod. Das stellte Ulrich Sander (Foto), Bundessprecher der VVN-BdA und einer der Mitorganisatoren des ersten deutschen Ostermarsches von 1960 bei seiner heutigen Rede in Bochum-Wattenscheid fest. Er sprach sich auch dafür aus, die Antifa- und die Friedensbewegungen eng zu verzahnen. Damit wolle man heute anfangen, da es gegen die NPD gehe, die hier in Wattenscheid ein Hauptquartier besitze. Er forderte das Verbot der NPD und die Absage an den Rassismus a la Sarrazin. Die Rede von Uli Sander Im Wortlaut: weiterlesen

Die Normalisierung der Kriegsführung

Der Ostermarsch Ruhr kommt traditionell am Ostersonntag und -montag durch Bochum. Die Fahrradetappe am Sonntag führt von Essen über Gelsenkirchen nach Wattenscheid. Uli Sander, VVN-BdA wird hier in einer Rede begründen, warum ein Verbot der NPD dringend erforderlich ist. Über Herne geht der Ostermarsch dann nach Langendreer. Hier findet um 16.00 Uhr die Abschlussveranstaltung im Bahnhof Langendreer statt. Huggy Borghard begrüßt die BesucherInnen mit Boogie und Blues am Piano. Prof. Jürgen Link wird dann in einem Referat am Beispiel Afghanistans aufzeigen, wie uns die normalen Medien an die Normalisierung der Kriegsführung gewöhnen. Nach einem Friedensgottesdienst am Montagmorgen gibt es um 11.00 Uhr in Bochum-Werne eine Auftaktkundgebung und dann geht der Marsch nach Dortmund. Das vollständige Ostermarsch-Programm.

Was treibt eigentlich die Bundeswehr im Sudan?

Das Bochumer Friedensplenum lädt am Mittwoch, den 20. April um 19.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung über den Sudan in den Bahnhof Langendreer ein.  Der Sudan hat wegen des blutigen Bürgerkrieges Schlagzeilen gemacht. Was steht hinter dem Krieg? Wird die Abspaltung des Südsudans Probleme lösen? Warum beteiligt sich die Bundeswehr an dem UN-Einsatz im Sudan? Diese und andere Fragen wird Christine Buchholz, Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion, beantworten und von ihrer Reise im November 2010 in den Sudan berichten.
Jürgen Wagner von der Informationsstelle Militarisierung beschreibt in einem Beitrag einige Hintergründe der Entwicklung im Sudan: Südsudan: Neue Heimat des AFRICOM? Westliche Planspiele für eine dauerhafte Militärpräsenz.

Geschichtswerkstatt zu Thema Frieden

Am Samstag, 19. März, 15.00 Uhr referiert Volker Gerwers in der Bochumer Geschichtswerkstatt zum Thema: Der NATO-Doppelbeschluss und die Friedensbewegung in den achtziger Jahren. In der Einladung heißt es:

„Am 12.12.1979, wurde in Brüssel von den Außen- und Verteidigungsministern der NATO-Staaten der NATO-Doppelbeschluss verabschiedet. Mit diesem Beschluss wurde die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in West-Europa angedroht. Der NATO-Doppelbeschluss führte in vielen westeuropäischen Ländern zu einem Erstarken der Friedensbewegung, die gegen die„Nach“-Rüstung Stellung bezog. Hunderttausende Menschen gingen damals auf die Straßen, um gegen die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen zu demonstrieren.“
Anmeldung per E-Mail an: geschichtswerkstatt@bo-alternativ.de

Weitere Veranstaltungen der Geschichtswerkstatt:

Samstag, 2.April: Vor 70 Jahren:Die „Operation Strafgericht“-Die Bombardierung Belgrads durch die deutsche Luftwaffe

Samstag,16. April: Kapp-Putsch und März-Revolution im Jahre 1920


Kinder, Schule und Bundeswehr

„Die Bundeswehr findet durch die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht nicht mehr genügend Nachwuchs für ihre weltweiten Kriege. Sie versucht deshalb – auch in Bochum – auf Ausbildungsmessen minderjährige Jugendliche zu rekrutieren und sie verstärkt ihre Werbung an Schulen. Dies stößt auf den Protest führender Kinderhilfsorganisationen wie Unicef, das Katholische Missionswerk Missio, terre des hommes und die Kindernothilfe sowie von Elternvertretungen, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW) und auch der BezirksschülerInnenvertretung in Bochum „, schreibt das Friedensplenum Bochum. Hier folgt eine Liste mit Informationen von terre des hommes und anderen Organisationen zu diesem Thema:

Personal für die Bundeswehr

Eine Armee, die für wirtschaftliche oder politische Interessen Kriege führen will, braucht professionelle Soldaten, die sich in Kriegsgebieten effizient einsetzen lassen. Mit der Strukturreform und dem Verzicht auf die Wehrpflicht soll die Bundeswehr zukünftig aus 170.000 Zeit-und Berufssoldaten und 15.000 freiwillig Wehrdienstleistenden bestehen. Jährlich entstehen so etwa 27.000 freie Stellen. Um die zu besetzen, wird eine um ein Vielfaches höhere Zahl an Bewerbern gesucht Das ist schwer zu bewerkstelligen, denn wer will sich freiwillig verpflichten, andere Menschen zu töten und sich selbst möglicherweise töten zu lassen? Das Bundesverteidigungsministerium hat Empfehlungen erstellen lassen, die Maßnahmen zur Attraktivitäts-steigerung der Truppe vorschlagen. Unter dem Titel: „Arme und Ausländer, zu den Waffen und an die Front!“ untersucht Christian Stache (IMI) die geplanten Werbestrategien. Er unterscheidet drei große Maßnahmekomplexe, die hinauslaufen auf 1. Verbesserung und Intensivierung der Außendarstellung,  2. finanzielle Verbesserungen und 3. Personalgewinnung unter Arbeitslosen und Armen, die mit Aus-,Weiter- und Fortbildung auf die Anforderungen der Truppe vorbereitet werden sollen.